von geldweb24.de Redaktion

Anlagestrategie Squeeze-Out

Des Öfteren haben so genannte Berufsaktionäre in den Medien Aufmerksamkeit erregt.

Man muss aber auch sagen, dass diese Art von Anlegern auch eine ganz besondere und dabei auch kontroverse Anlagestrategie verfolgt. Denn sie sind immer da vorzufinden, wenn es um einen Squeeze-Out geht.

Hier versprechen sie sich eine gute Rendite bei einer relativ guten Absicherung.

Besonders in Zeiten, in denen die Konjunktur wieder gut läuft und die Unternehmen nach geeigneten Kaufkandidaten Ausschau halten, wird das Thema Squeeze-Out wieder aktuell.

Wie das Wort es so schön plastisch ausdrückt, handelt es sich hierbei um das “Herausdrücken” der Minderheitsaktionäre aus einem Unternehmen.

Squeez-Out bei Unternehmensübernahmen

Typischerweise kommen Squeeze-Outs bei Unternehmensübernahmen vor. Denn hier ist der Käufer zumeist bestrebt, eine Eigentumsquote von 100 % zu erreichen, und hat die Möglichkeit, sobald er eine Quote von 95 % erreicht hat, einen Squeeze-Out durchzuführen.

Es ist oftmals notwendig, die 100 % zu erreichen. Nicht selten werden die gekauften Unternehmen komplett integriert und dabei auch von der Börse weggenommen. Würden die Unternehmen die restlichen 5 % in den Händen der Kleinaktionäre belassen, könnte dies nicht umgesetzt werden.

Darüber hinaus können die Kleinaktionäre sehr viele Entscheidungen blockieren. Zwar hat der Mehrheitsaktionär das Sagen, bereits eine Aktie reicht aber schon aus, um sich Gehör zu verschaffen und gegen Entscheidungen zu klagen.

Viele so genannte Berufsaktionäre haben sich auf solche Situationen spezialisiert.

Denn sie wissen, dass die Unternehmen ab einem Punkt bereit sind, viel Geld in die Hand zu nehmen, um die Minderheitsaktionäre zu entschädigen.

Zunächst wird den Kleinanlegern ein Abfindungsangebot unterbreitet, welches sich am fairen Unternehmenswert richtet. Es ist schon nahezu ein Regelfall, dass dieses Angebot nicht angenommen wird.

Nach einer Gegenklage der Kleinanleger wird dann das ursprüngliche Angebot nochmals aufgestockt, und so geht das weiter, bis sich beide Parteien einig sind.

Oftmals üppiger Nachschlag bei Squeeze-Out

Dieser Nachschlag auf das ursprüngliche Angebot wurde in der Vergangenheit fast immer fällig. Auf der anderen Seite ist eine Absicherung nach unten hin bis zum ursprünglichen Abfindungsangebot gegeben.

Es besteht auch die Möglichkeit, sich von Berufsklägern auf den Hauptversammlungen vertreten zu lassen, was den Einstieg noch leichter erscheinen lässt. Allerdings ist diese Anlagestrategie durchaus nicht frei von üblem Nachgeschmack.

Bekannte Squeeze-Out-Fälle wie etwa die Mannesmann-Übernahe durch Vodafone haben in der Vergangenheit gezeigt, dass die Squeeze-Out-Strategie durchaus funktionieren kann.

Ebenfalls ein bekannter Squeeze-Out-Fall ist die Buderus AG, welche im Jahr 2004 von der Robert Bosch GmbH übernommen wurde. Der damalige Barabfindung belief sich auf 34,00 Euro je Aktie sowie einem Aufschlag von 13,00 €.