In den letzten Wochen wurde die Gefahr eines Übergreifens der griechischen Krise auf Spanien immer deutlicher sichtbar.
Welche weiteren negativen Überraschungen die europäische Währungskrise noch mit sich bringen wird, ist derzeit nicht absehbar.
Vor diesem Hintergrund ist das Anlegerverhalten von einer hohen Zurückhaltung geprägt und damit fallen mögliche positive Impulse für die Aktienmärkte derzeit aus.
Eine besondere Anlegergruppe zeigt sich jedoch vergleichsweise aktiv: Die deutschen Manager und Organmitglieder haben in den letzten Wochen antizyklisch ihre Transaktionsaktivität wieder deutlich gesteigert.
Im abgelaufenen Monat Mai konnten wir insgesamt 170 Transaktionen ermitteln und damit den höchsten Wert seit August 2011.
Besonders positiv ist die Tatsache, dass die zunehmende Aktivität der deutschen Insider verstärkt auf der Käuferseite zu beobachten ist.
Der daraus resultierende Wert des Insiderindikators von 1,9 Punkten (112 Kauftransaktionen; 58 Verkaufstransaktionen) repräsentiert nun wieder eine sehr positive Erwartungshaltung der deutschen Insider.
ELMOS: Insiderkauf nach Kursrutsch
Der Aktienkurs des Chip-Herstellers ELMOS Semiconductor AG (ELMOS) reagierte auf die Bekanntgabe der Q1-Zahlen 2012 mit deutlichen Kursrückgängen.
Nach der ohnehin rückläufigen Kursentwicklung, welche bereits seit Februar 2012 anhält, fiel der ELMOS-Aktienkurs damit nochmals von 8,60 Euro auf 7,00 Euro, was einer negativen Kursperformance von etwa -19 % entspricht.
Einer der Aufsichtsräte der Gesellschaft, Herr Dr. Klaus Weyer, hat nun die erniedrigten Bewertungsniveaus genutzt und insgesamt über 54.000 Elmos-Aktien erworben. Für uns ein guter Anlass, um das Unternehmen zu beleuchten.
Kursrutsch aufgrund Ergebniseinbruch
Hervorgerufen wurden die negativen Kursreaktionen insbesondere durch eine deutlich rückläufige Ergebnisentwicklung in den ersten drei Monaten 2012.
Bei einer leichten Minderung der Umsätze um -2,5 % auf 46,9 Mio. €, reduzierte sich das operative Ergebnis (EBIT) gegenüber dem Vorjahr signifikant um -83,3 % auf 1,0 Mio. € (VJ: 5,8 Mio. €).
Für den Ergebnisrückgang zeichnen gemäss unseren Analysen mehrere Faktoren verantwortlich. So hatte ELMOS die gestiegenen Kosten für die Assemblierung der Produkte nicht an die Kunden weitergegeben bzw. nicht weitergeben können.
Darüber hinaus hatte eine Umrüstung der Produktion von 6-Zoll auf 8-Zoll Wafer zu einem überproportionalen Kostenanstieg geführt, so dass sich die EBIT-Marge von 12,1 % (Q1/11) auf 2,1 % signifikant reduzierte hatte.
Verbesserter Ausblick für das 2. Halbjahr
Um die Herstellkosten zu senken hat ELMOS nun im April 2012 verschiedene Senkungsmaßnahmen implementiert. Im Rahmen dessen zeigt sich das Unternehmen auch wieder optimistisch.
Zusammen mit einer erwarteten Umsatzsteigerung im zweiten Halbjahr 2012, geht das Unternehmen von einer deutlichen Verbesserung der Ergebnissituation aus. Unterstützend hierfür dürften sich auch die wegfallenden Belastungen aus der Umrüstung der Produktion auswirken.
Bei einem erwarteten Nachsteuerergebnis von 0,76 € je Aktie, ergibt sich auf aktuellem Kursniveau ein verhältnismäßig niedriges 2012er KGV von unter 10.
Zusammen mit einer Dividendenrendite von 3,5 % könnte die ELMOS-Aktie bei Erreichen der Ziele tatsächlich wieder ein attraktives Steigerungspotenzial aufweisen.
Mit seinem volumenstarken Insiderkauf vertritt diese Ansicht wohl auch der Aufsichtsrat, Dr. Klaus Weyer.

