Gegenüber der Vorwoche haben die Insider mehr eigene Aktien verkauft als gekauft.
Den Insidern ist dieses Verhalten sicherlich nicht zu verdenken, denn die am Sonntag durchgeführte Griechenlandwahl am Sonntag, hat bei den meisten Marktteilnehmern zu einer gewissen Vorsicht geführt.
Nichtsdestotrotz liegt der Insiderindikator mit 2,5 Punkten für den gesamten Monat Juni noch immer klar im positiven Bereich, was wiederum darauf schließen lässt, dass zumindest die langfristigen Perspektiven nach wie vor positiv eingeschätzt werden.
Beteiligungsgesellschaft erwirbt Schaltbau-Aktien
Besonders interessant werten wir den Insiderkauf der SATORA Beteiligungs GmbH. Diese zur Schaltbau Holding AG in enger Beziehung stehenden Beteiligungsgesellschaft hatte den Kursrückgang der letzten Wochen dazu genutzt, um weitere Anteile an der Gesellschaft zu erwerben.
Hintergrund des Erwerbs dürfte unter anderem gewesen sein, dass der Kurs der Schaltbau Holding AG zuletzt korrigierte, obwohl das Unternehmen gute Zahlen für das erste Quartal 2012 lieferte und auch den Ausblick auf das Gesamtjahr nach wie vor optimistisch gestaltete.
So lagen die Umsatzerlöse im ersten Quartal 2012 bei 84,7 Mio. Euro um rund +14,3 % über dem Vorjahresniveau.
Dabei ist zu berücksichtigen, dass zum 01.01.2012 die Pintsch Tiefenbach-Gruppe übernommen wurde und einen anorganischen Beitrag zum Umsatzzuwachs von 2,8 Mio. Euro beisteuerte.
Aber auch bereinigt um diesen Effekt lagen die Umsätze über dem Vorjahresniveau und zudem auch über den Erwartungen des Managements.
Ergebnisniveau über Vorjahr
Das EBIT lag in den ersten drei Monaten noch unterhalb des Vorjahresniveaus, was insbesondere mit der erfolgten Übernahme in Verbindung steht.
Denn, die Pintsch Tiefenbach-Gruppe steuerte erwartungsgemäß noch einen negativen Ergebnisbeitrag bei, welcher bei 0,4 Mio. Euro lag. So wurde ein EBIT in Höhe von 6,6 Mio. Euro erzielt, nach 7,2 Mio. Euro im Vorjahr.
Die negativen Ergebnisse der Pintsch Tiefenbach-Gruppe werden sich jedoch im weiteren Jahresverlauf sukzessive verbessern, so dass zum Ende des Jahres ein EBIT-Beitrag von 1,50 Mio. Euro angestrebt wird.
Vor diesem Hintergrund wird auch deutlich, warum das Management die Prognosen für das Gesamtjahr 2012 unverändert belassen hat.
Nach wie vor wird davon ausgegangen, dass ein Umsatzzuwachs in Höhe von +2 % auf 350 Mio. Euro sowie eine Verbesserung des EBIT auf 28,9 Mio. Euro (2011: 27,50 Mio. Euro) erreicht werden kann. Unterm Strich soll ein Ergebnis pro Aktie von 8,83 Euro verbleiben.
Dass diese Ziele erreicht werden, halten wir für sehr wahrscheinlich. Immerhin verfügte der Schaltbau-Konzern zum Ende des ersten Quartals über einen Auftragsbestand in Höhe von 239,6 Mio. Euro, was eine durchschnittliche Reichweite von fast einem Jahr bedeutet.
Das Jahr 2012 sollte damit bereits sehr gut planbar sein.
Hervorragende Renditekennzahlen
Insgesamt gehen wir davon aus, dass die Schaltbau Holding AG nicht nur ihre Plandaten erreichen wird, sondern erneut hervorragende Rendite- und Cashflow-Zahlen aufweisen wird.
Wie bereits in den vergangenen Jahren wird wohl erneut eine Kapitalrendite (ROCE) von fast 20 % und ein hoher operativer Cashflow erreicht werden. Daher ist die aktuelle Bewertung mit einem KGV von 8,5 für das Geschäftsjahr 2012 sicherlich als günstig anzusehen.
Die erfolgten Insiderkäufe können wir daher sehr gut nachvollziehen. Wir erwarten, dass sich die Aktie in den kommenden Monaten, mit einer Beruhigung der Kapitalmärkte, wieder deutlich erholen und dann auch die Kursschwelle von 100 Euro überschreiten kann.

