von geldweb24.de Redaktion

Banken sind unbelehrbar

Die Finanzkrise, so scheint es, war für die Banken nur ein kleiner Stolperstein, den man ohne Probleme überwinden konnte.

Die Medizin, verabreicht in Form staatlicher Hilfen und günstiger Refinanzierungen, hatte den Kreditinstituten sichtlich gutgetan.

Jetzt müsste nur noch das ramponierte Image abgelegt werden. Zu erwähnen bleibt aber zunächst, dass die guten Zahlen mit der realwirtschaftlichen Entwicklung nichts gemein haben.

Ja, befürchtet wird sogar, dass durch das jetzige Zutun der Banken ein Wiederaufleben der Konjunkturkrise möglich erscheint.

Banken erkennen nicht den erhöhten Kreditbedarf der Wirtschaft

Einer besonderen Kritik müssen sich die Geldinstitute aber aussetzen: Sie würden den erhöhten Kreditbedarf nicht erkennen und damit eine Verschärfung der Lage herbeiführen.

Derzeit können die Banken, im Gegensatz zu Unternehmen und Privatpersonen, sehr billig ans Geld herankommen.

Dass dieses billige Geld in erster Linie zur Entlastung der Bilanzen verwendet wird und dann erst die Wirtschaft ankurbeln soll, ist für uns Normalbürger nicht verständlich.

So hatte die EZB erst im Dezember den Banken fast 500 Milliarden geliehen. Gemäß einem Bericht der Financial Times sollen Ende Februar weitere Gelder an die Banken verliehen werden. Und was haben die Kreditinstitute gemacht?

Sie haben einfach die eigenen Liquiditätsreserven aufgebaut. Wie der Spiegel berichtet, seien die kurzfristigen Einlagen, also die so genannte Angstkasse, im Januar auf einen neuen Rekordstand angewachsen.

Die Banken leihen sich also das Geld für praktisch kaum Zinsen und wollen dieses Geld nur zur eigenen Sicherheit halten.

Damit wird die volkswirtschaftliche Grundidee, niedrige Zinsen würden die Investitionsbereitschaft ankurbeln, ausgehebelt.

Aber hier geht es nicht mehr nur noch um Investitionsanreize, sondern auch ums Überleben mancher mittelständischer Unternehmen. Und wenn überhaupt noch Kredite vergeben werden, dann soll auch bitte schön das Risiko fürstlich entlohnt werden!

Diese so genannten Spreads (Unterschied zwischen Kapitalmarktzins und dem tatsächlichen Kreditzins) sind im Wesentlichen für die hohen Gewinne der Banken verantwortlich.

Parallel dazu fürchten immer mehr Unternehmen um ihre Existenz und letztendlich um viele Tausende Arbeitsplätze.

Mittelstand baut auf den Kapitalmarkt

Angesichts dessen kann der Mittelstand zur Not nur noch auf die Hilfe des Kapitalmarktes hoffen. Besonders gut belegt dies der Anleihemarkt für Mittelständler, der seit nunmehr einem Jahr einen regelrechten Boom erlebt.

Gleichzeitig stellt sich aber für die Investoren die Frage: “Wem soll man eigentlich sein Geld anvertrauen?” – Dem Mittelständler, der seit Jahren zum Erfolg der deutschen Wirtschaft beiträgt und auch in der Krise Arbeitsplätze schafft?

Oder den erfolgsverwöhnten Banken, die zum großen Teil für die Krise verantwortlich sind und staatliche Hilfspakete zum Aufpolieren der eigenen Bilanzen nutzen, statt die Wirtschaft anzukurbeln, und die letztendlich die Krise damit wahrscheinlich noch verlängern?

Diese Frage zu beantworten ist für mich leicht. Neben dem Inflationsschutz bieten darüber hinaus die mittelständischen Unternehmen auch die Möglichkeit überdurchschnittlich hoher Renditen.

Denn im Vergleich zu den DAX-Konzernen haben diese noch lange nicht an die Bewertungsniveaus vor der Krise anknüpfen können.