von geldweb24.de Redaktion

(Euro)Bonds: Grundlagen, die jeder kennen sollte

Bonds werden zu Deutsch auch als Anleihen bezeichnet.

Aber auch einige anderen Anlegearten fallen unter diesen Begriff, wie die Rentenpapieren, die Schuldverschreibung und die Obligation.

Grundlagen der Bonds

In jedem Fall bezeichnen Bonds Forderungspapiere, die dem Besitzer diverse Rechte im Bezug auf Verzinsung und Rückzahlung gegenüber den Aktionären verbrieft. Anders als bei Aktien erhält der Besitzer einer Anleihe jedoch kein Stimmrecht. Bonds werden an der Börse für gewöhnlich in Prozent gehandelt.
Emittenten nutzen Bonds gerne als attraktive Alternative zum Bankkredit, denn so kann Liquidität beschafft werden, ohne zusätzliche Sicherheiten bereitstellen zu müssen. Die überwiegende Mehrheit von Bonds wird vom Staat, staatlichen Organisationen oder Unternehmen bereitgestellt.
Man unterscheidet also in der Benennung grundsätzlich zwischen Staats- und Unternehmensanleihen. Staatsanleihen der Bundesrepublik Deutschland werden auch als Bundeswertpapiere bezeichnet.

Was sind Eurobonds?

Einen Spezialfall stellen die Eurobonds dar, die wahlweise auch Euro-Staatsanleihe oder Gemeinschafts-, bzw. Unionsanleihe genannt werden. Tatsächlich steht der Name nicht nur für eine spezifische Anleihe, sondern umschreibt mehrere unterschiedliche Modelle.
Bei der umfassendsten Variante würden die Eurobonds die nationalen Staatstitel vollständig ersetzten. Damit gäbe es in ganz Europa einheitliche Anleihen und auch eine einheitliche Rating-Note. Dies würde zwar theoretisch unbegrenzte Kreditaufnahmen ermöglichen, dafür jedoch müssten die beteiligten Länder für Zahlungsverpflichtungen  anderer einspringen.
Für starke Länder wie Deutschland stellt dieses Modell ein hohes Risiko dar, weil die Länder unbegrenzt für die Schulden der anderen haften. Der Spardruck auf die Krisenländer könnte angesichts geringerer Zinsen sinken. Dank ihrer starken Partner bekommen sie günstiger Geld, ohne dafür im Gegenzug ihre Haushalte in Ordnung bringen zu müssen.

Verschiedene Alternativmodelle möglich

Bei der zweiten Variante ist eine Teilfinanzierung der Staatsschulden vorgesehen. Länder können dabei weiter eigene Staatsanleihen begeben und zusätzlich Geld über Euro-Bonds eintreiben.
Die Menge der Kreditaufnahmen könnte durch eine gewisse Obergrenze wie die Maastricht-Schuldengrenze begrenzt werden. Jegliche Kreditaufnahme darüber hinaus, müssten die Staaten dann über eigene Anleihen decken.
Der Vorteil dieses Eurobonds-Modell besteht darin, dass die Länder weiter motiviert wären, ihren Haushalt auszugleichen, um das Vertrauen der Investoren für ihre nationalen Anleihen zu stärken.
Das dritte Modell würde auf mehr Eigenverantwortung der einzelnen Staaten setzen. Nationale Anleihen blieben dabei bestehen und die Länder könnten nur eine begrenzte Menge Geld über Gemeinschaftsanleihen aufnehmen.
Durch die nationalen Bonds wären die Staaten zudem weiterhin auf das Vertrauen von Investoren angewiesen, wodurch hohe Motivation zu einem ausgeglichenen, eigenen Haushalt gegeben wäre. Im Gegensatz zum zweiten Modell würde jeder Staat zudem nur anteilsmäßig für die gemeinsamen Schulden haften.
Nachteil dieser Eurobonds wäre allerdings die nur sehr geringe Zinserleichterung, denn die europäische Bündelung der Kreditwürdigkeit läge kaum vor. Durch die Haftungsbegrenzung wird zwar das Risiko für alle Partnerländer gesenkt, aber es gäbe wohl keine Bestnote beim Ranking und dementsprechend auch weniger Rendite.