Mit zunehmenden politischen Schwierigkeiten die Sparprogramme in den Peripheriestaaten durch zu setzten, wird die potentielle Last für den deutschen Steuerzahler höher.
Der neuen Regierung in Athen werden wohl Zugeständnisse gemacht werden und später auch andernorts. Deutschland geht ins Risiko und das macht sich bereits bemerkbar.
Der internationale Druck auf Deutschland ist hoch seine Kreditwürdigkeit zur Problemlösung einzusetzen. Deutschlands Kreditrahmen soll für Europa gezogen werden.
Das kann gut ausgehen, es gibt aber keine Sicherheit. Deutschland geht ins Risiko und das macht sich bereits heute bemerkbar.
Zinswarnung für Deutschland
Steigende Preise für die Absicherung deutscher Staatsanleihen gegen einen Ausfall (Credit Default Swaps) signalisieren, dass die Zinssätze von ihrem ultraniedrigen Niveau bald wieder hochziehen dürften.
Derzeit bringen zehnjährige Bundesanleihen gerade noch eine Verzinsung von 1,4 %, und damit eine negative reale Verzinsung nach Steuern und Geldwertverlusten.
Der Grund dafür liegt einerseits in den niedrigen Leitzinsen der EZB und andererseits in dem „Safe-Haven-Status“ der Bundesanleihen.
Bevor die Kreditkrise Griechenland, Spanien, Irland und Portugal erfasste, mussten Investoren nur 40 Basispunkte (0,4%) für die Versicherung einer Bundesanleihe mit einer Laufzeit von fünf Jahren zahlen.
Mittlerweile ist diese Versicherungsprämie auf 100 Basispunkte angestiegen.
Die Marktteilnehmer preisen damit bereits eine höhere Verschuldung der Bundesrepublik, und ein höheres Ausfallrisiko in der Zukunft, ein.
Diese Möglichkeit einer höheren Verschuldung resultiert aus den Verbindlichkeiten, die Deutschland zur Stabilisierung der Eurozone schultern wird.
Wer kauft Anleihen mit negativer Verzinsung?
Vor allem Versicherungen legen die Zahlungen ihrer Kunden in Staatsanleihen an. Sie müssen es auch, da nur wenige Anlageklassen als „mündelsicher“ gelten.
Die Versicherten ahnen nicht, dass sich ihr Geld nicht real verzinst und über die Zeit an Wert verliert. Als Privatanleger sollten sie die Bunds zu dieser Verzinsung nicht mehr erwerben.
Auch die Banken halten Staatsanleihen um ihre Liquiditätsvorgaben zu erfüllen. Bisher galten nur Zentralbankgeld und Staatsanleihen als zulässiger „Cashpuffer“.
Somit müssen Banken Staatspapiere halten. Die neuen Richtlinien nach „Basel III“ sehen höhere Liquiditätspuffer vor, doch sollen auch liquide Vermögenswerte wie Aktien und Gold als Puffer zulässig sein
Kursverlustrisiko bei deutschen Staatsanleihen
Sie könnten sogar richtig verlieren mit Bundesanleihen: Wenn der Marktzins wieder ansteigt, kauft ihnen die festverzinsliche Anleihe niemand mehr zu ihrem Einstandswert ab.
Bei einem Zinsanstieg um 1% fällt der Marktpreis einer Bundesanleihe mit einer Restlaufzeit von zehn Jahren um 7%!
Solange die Zinssätze fielen, haben Versicherer und Fondsmanager zu den Zinsen auch noch die steigenden Anleihenkurse in die Performance rechnen können (Anleihen mit festem Zins werden wertvoller wenn der Marktzins fällt und umgelehrt).
Doch wenn der Zinstrend dreht, addieren sich zu mickrigen Zinsen auch noch Kursverluste. Gerade bei den Versicherungen die sich in langfristige Finanzanlagen flüchteten drohen herbe Verluste.

